Fotokampagnen Langeoog

Der Zauberer von Langeoog

17:23Daniela Skrzypczak

Eigentlich heißt er ja Heiko Arends, aber alle nennen ihn Rumbi und die erste Lektion die ich von Ihm bei unserem ersten Kennenlernen und exklusiven Fotoshooting lerne, hier auf Langeoog wird „Du“ gesprochen. Gleichzeitig interessiert mich natürlich mehr wie brennend ehe ich mein Shooting starte, warum aus einem Heiko ein „Rumbi“ wird? „Ganz einfach, meine Schulfreunde meinten ich hätte sehr viel Ähnlichkeit mit dem Zauberer Rumbarak aus dem Märchen "Arabella – Die Märchenbraut" und da mir Rumbarak einfach zu lang war, wurde daraus Rumbi.

Langeoog, Highlandrinder, Rumbi, Ostfriesland, Bio, Nachhaltigkeit, Seekrug

Zaubern, verwandeln, Märchen ... irgendwie passt das auch zu seinem heutigen Leben. Wenn man Ihn so sieht, glücklich, ruhig aber auch etwas aufbrausend zwischen seinen glücklichen Kühen. Ja, irgendwie ein Märchen in unserer heutigen schnellen Zeit.

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Es ist ein friedliches Bild was sich mir bietet und ich denke nirgendwo im Urlaubsland Deutschland stehen Rinder so tief wie hier, ganz nah am Meeresspiegel. Umrahmt von Dünen warten auf mich die zotteligen Hochlandrinder und mitten zwischen den Kälbern und Müttern steht Rumbi.

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Bei dem exklusiven Fotoshooting merke ich wie unangenehm es Ihm ist, so im Rampen – bzw. im Kameralicht zu stehen, erst als er wirklich nah bei seinen Kühen ist wird er ruhig und lächelt mit der Sonne um die Wette.

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Ich bekomme ganz nebenbei beim Traktor fahren, zur nächsten Weide die direkte freundliche Art des „Insulaner“ zu spüren. Nachdem ich Ihm mehrmals mit SIE angesprochen haben „Was habe ich gesagt hier spricht man DU, oder Du verlässt den Traktor und läufst“.

Er weiß alles über seine Highland Rinder. An sieben Tagen in der Woche ist er auf der Insel unterwegs und widmet sich mit Hingabe dem Wohlergehen seiner gutmütigen mächtigen Vierbeiner – und seiner zweiten Aufgaben, der Landschaftspflege. Schwierig ist es, ihm sein Wissen zu entlocken, denn er ist alles andere als geschwätzig. Aber beobachtet man ihn bei seiner Arbeit, ahnt man, wo die glücklichsten Kühe Ostfrieslands leben. Nämlich hier ganz in der Nähe des Schloppsees umrahmt von den Dünen auf Langeoog.

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Ganzjährig stehen nun „93 Schwänze“ auf den Weiden erzählt mir Rumbi, „im Jahr 2001 habe ich acht Rinder vom früheren Besitzer übernommen, die dekorativen Hörner, die bis zu 1,40m Spannweite erreichen, und ihre schmucken langen Haare haben mich gleich in den Bann gezogen. Wenn sie dann mit ihren großen, kristallklaren Augen unter ihrer wilden Stirnmähne hervor schauen, kann man nicht anders als sie zu mögen". Aber es ist nur das Äußere. Mit ihrem langen Fell sind sie absolut winterhart und wetterfest. Sie benötigen keinen Stall, nur wenn eine mal krank oder alt ist kommt sie in den kleinen Stall. Regen und Wind können den Naturpelz nicht durchdringen. Selbst Schnee bleibt auf dem zotteligen Haarkleid liegen.

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Die Stärke einer Highlandkuh ist das ohne Hilfe auf der Weide geborene Kalb, das dann natürlich am Euter der Mutter aufgezogen wird. Kalbungen können problemlos bis ins hohe Alter von 15 bis 20 Jahren erfolgen.

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Mit Rumbi hier auf der Weide zu stehen hat schon etwas besonderes, beim Erzählen von seinen Kühen glänzen seine Augen wie bei einem Kind „Hilda wird die nächsten Tage kalben und da muss ich schön öfter mal hier auf der Weide sein, aber sie ist eine robuste Natur und wird ihr Kalb sicher auf die Welt bringen“.

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Alle Kühe haben natürlich auch einen Namen, da gibt es z.B. Irmgard, Hilda, Hermine, Dagmar und Gisela. Als mir Rumbi aber etwas von „Minusfünf“ erzählt, denke ich wirklich er verschaukelt mich, mit der direkten natürlichen Art der Ostfriesen. „Es ist doch ganz einfach sie wurde am 13.März 2006 bei -5 Grad geboren, also nannten wir das Kalb „Minusfünf“.

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Es ist gar nicht so einfach Ihm noch etwas mehr über sich und seine „93 Schwänze“ zu entlocken, aber bei meiner Frage „Warum tust Du dies alles in Deiner Freizeit?“ bekomme ich ganz schnell die Antwort „So lange meine Kühe auf der Welt sind, sollen sie es gut haben und auch so behandelt werden dass sie ein schönes Leben haben. Auch wenn eine Kuh geschlachtet wird, was der natürliche Gang des Lebens ist, achte ich darauf und bin auch bei jeder Schlachtung dabei. Damit die Schlachtung so wenig Stress wie notwendig für die Kühe verursacht“.

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Aus den frischen Kräutern und Gräsern auf den Inselwiesen im Sommer und wenn wirklich nur notwendig, Silo im Winter erbringt das Highlandrind durch die gesunde Bewegung an der frischen Luft und der natürlichen Lebensweise ein außergewöhnlich schmackhaftes Fleisch.

Damit aus dieser entstanden Idee – und Tierliebe auch ein „rundes Ding“ als gesunder Kreislauf wird, bedarf es mehrere Partner, die diese Ansätze mit tragen und umsetzen. Auch was dabei den einem oder anderen leckeren Braten betrifft, ob als klassischen Schmorbraten, Sauerbraten oder auch Tafelspitz. Ganz exklusiv in der Gastronomie auf Langeoog, wird mit dem Fleisch von „Rumbi“ das Panorama-Restaurant Seekrug beliefert - Saisonal – Regional – Bio- wo Familie Recktenwald Ihre Gäste mit saisonalen Produkten, möglichst aus der näheren Umgebung und Bio- Qualität verwöhnt. Beschränkung auf das Wesentliche nicht alles zu jeder Jahreszeit sondern lieber eine Speisekarte mit frischen Produkten der Saison. Dazu zählt eben auch das außergewöhnlich schmackhafte Fleisch der Rinder von Rumbi. Regionale Kreisläufe und Vermarktungsideen die traditionelle und regionaltypische Landwirtschaft komplett mit einschließen, das ist ein wunderbarer Ansatz.

Wenn man auch privat das gesunde Fleisch seiner Highland Rinder geniessen möchte, gibt es nur eine Möglichkeit, Du musst Dich eintragen lassen in seine „Lieferliste“. Als ich wissen möchte wann ich den Fleisch von Ihm erhalten kann wenn ich mich heute auf die Liste setzen lasse, schmunzelt er und meint „Heute eintragen und das erste Fleisch erhältst Du dann in zwei Jahren“.

Gleichzeitig sind die Rinder von Rumbi auch Deich- Dünen und – Landschaftspfleger. Denn sie tragen ganz natürlich zum Erhalt und Naturschutz der riesigen, hinter dem Deich liegenden Flächen und Salzwiesen auf Langeoog bei. Die Entwässerungsgräben bleiben frei, die Wiesen “verstruppen” nicht, somit wird der Einsatz von Maschinen überflüssig.
 Auch zugefüttert wird nicht. Sollte die Weide im Winter einmal nicht ausreichen, gibt es Heu und Silage.


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Ich hoffe das Heiko Arends sich noch lange mit dieser Hingabe und dem Wohlergehen seiner gutmütigen und mächtigen Vierbeiner widmen kann, und dass noch viele Besucher hier auf Langeoog von diesem gesunder Kreislauf der Natur erfahren und daran teilnehmen.

Wenn Du auch in Zukunft meine fotografischen Erlebnisse mit erleben möchtest, nun etwas mehr von der Insel Langeoog und dabei die Fotos geniessen möchtest, kannst Du über den RSS-Feed, Facebook, Twitter, InstagramGoogle+ oder Pinterest auf dem Laufenden bleiben.

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7 Kommentare

  1. Eben gelesen und diese tollen Fotos geschaut, was für eine wunderbare Geschichte Daniela. Für mich ein Beispiel wie Nachhaltigkeit aussehen kann und sollte, gleichfalls ein wunderbares Beispiel wie es funktionieren kann. Hut ab vor "Rumbi" und seine Partner. Die Fotos sind wie immer der Hammer.
    Liebe Grüsse sendet Franziska

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    1. Liebe Franziska ja genau so ist ... Achtung, Liebe und Naturschutz gehen hier Hand in Hand. Danke.

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  2. Oh weia sind die süss, habe noch nie etwas davon gelesen von diesen Highland Rindern auf der Ostfriesen Insel.
    Tolle emotionelle Fotos die Du uns so zeigst, danke Daniela und Grüsse auf Langeoog aus Brandenburg sendet Dir Frank.

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    1. Danke Frank, ich hoffe das die Bildsprache die Geschichte so untermalt, das wir Alle sehr viel öfter bei unseren Einkauf, was wir essen und woher hinter fragen.
      Danke sagt Daniela

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  3. Ich war selbst schon so oft auf Langeoog nund habe auich diese Rinder immer wieder bewundert. Herrlich Ihre Geschichte dazu, nun weiß ich auch warum mir das Fleisch im Seekrug immer so mundet. Hoffe, dass dieser Ansatz, der Tierachtung, Naturschutz noch sehr viele mehr Menschen erfahren.
    Frau Skrzypczak Hochachtung vor Ihren Fotos!
    Herzliche Grüsse aus Branndenburg sendet Ihren
    W. Schwarzer

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    1. Lieben Dank Herr Schwarzer für Ihren lieben Kommentar, ich hoffe Sie bald einmal wieder auf Langeoog begrüssen zu können, der Seekrug alleine lohnt ja schon.
      Grüsse sendet Daniela Skrzypczak

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  4. Moin Rumbi. Schöne Ostergrüsse aus Köln

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Danke für Ihren Kommentar.

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