FotoFreitag

FotoFreitag - Fotografieren ausserhalb der Komfortzone

11:46Daniela Skrzypczak

Es ist wieder #FotoFreitag und mein heutiger Tipp dreht sich um das Thema Reisen und Fotografieren. Was ja irgendwie zusammen gehört denn wir wollen ja Alle unsere erlebten Momente für uns, für Freunde oder auch für die Familie festhalten.

Nicht immer befinden wir uns beim Fotografieren und dem schönen Reisen in unserer heimischen Umgebung oder auch der Komfortzone, sondern wir besuchen Afrika, Asien und noch viele andere Orte. Wenn wir in ferne Länder reisen, begeben wir uns in ein komplett anderes Leben und Umfeld der Menschen vor Ort. Dabei gibt es andere sozialen Strukturen, kulturellen Hintergründe, andere Glaubensrichtungen und andere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Masai in kenia
Masai Familie die ich über viele Jahre ins Herz geschlossen habe
Aber wie kommt man dann an möglichst gute, aussagekräftige und qualitativ hochwertige Fotos ohne dabei die Menschen vor Ort zu verärgern oder vor uns Reisenden zu verschrecken???
In Afrika ist unsere Kameraausrüstung manchmal mehr wert, als manche Einheimischen in Ihrem ganzen Leben verdienen, aber wie schaffe ich es trotzdem mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen, Ihr Leben kennen zu lernen und dann eben diese gewissen Fotos zu machen.

Mit 172 cm, weisser Hautfarbe und Frau sticht man manchmal einfach heraus und ich reise sehr oft alleine in Afrika. In Kenia mit befreundeten Masai`s zu Fuss quer durch den Busch, schlafen in kleinen Zelten, Frühstück zwischen Gnus und abends brennt das Lagerfeuer und aus der Ferne hörte man die Löwen ... Nein ich möchte diese Momente nicht missen.
Falls ich jetzt mal meine Zahnbürtse vergessen habe, kann ich mir einen bestimmten Strauch aussuchen und die Zähne mit dem Fruchtfleisch reinigen.

In Afrika oder ärmeren islamischen Ländern, oder im Regenwald oder der Savanne sollten einige Regeln aber IMMER gelten wenn wir fotografieren und reisen:

1.)
Fasst nichts an, die schönste Blüte oder Strauch könnte hochgiftig sein, frage und lerne.
2.)
Halte Abstand von freilebenden Wildtieren, Löwen und Geparden sind Raubtiere und nehme Rücksicht auf Ihren Lebensraum und störe beim fotografieren nicht den Lebensablauf der Tiere.
3.)
Verlasse jeden Ort, wie Du ihn vorgefunden hast ... den Naturschutz fängt immer mit einem selbst
an. Findet ihr Müll, versucht ihn in mitgebrachten Müllbeuteln einfach mitzunehmen, auch wenn es nicht Eurer ist.
4.)
Respektiert die Umgebung und fotografiert keine Menschen in Nahaufnahme, ohne sie um Erlaubnis zu bitten. Bei den Masai`s herrscht z.B. der Glaube vor, dass die Kamera Ihnen Ihre Seele raubt. Stört keine religioese Sitten und vor allen bleibt freundlich, ein freundliches Lächeln ist oft schon die halbe Miete, für ein gutes Foto.
Wenn ihr angesprochen werdet oder jemanden ansprecht, ist es immer gut ein paar Floskeln in der jeweiligen Sprache zu kennen. Hierzu gehören z.B. „Guten Tag, Vielen Dank, Bitte sehr, Auf Wiedersehen und Entschuldigung“ Der Gesichstausdruck ändert sich immer sehr zum positiven, wenn „die Dame“ oder „der Herr“ mit in die Antworten eingebaut werden. Meist öffnen sich die Menschen euch dann von selbst und es dürfen auch Nahaufnahmen nun kein Problem mehr sein.
5.)
Lasst die Menschen teilhaben am fotografieren! Zeigt den Menschen, die ihr fotografiert, Eure Fotos. Das schafft Vertrauen und oft sehr viel Freude, dazu führe ich immer eine Sofortbildkamera mit, es ist erstaunlich mit so kleinen Dingen so viel Freude zu schaffen.
6.)
Teilt ein bisschen Eueren Reichtum, in vielen Ländern unserer Erde sind die Menschen bettelarm. Manchmal sind es nur die kleinen Dinge, in Kenia und Tansania habe ich immer einer Tüte Gummibärchen dabei ... die Kidis in den abgelegenen Regionen lieben diese süssen Tiere. Es sind für sie so kleine Momente des Glücks! Wenn Ihr die Hilfe der Menschen in Anspruch nehmt bezahlt sie bitte dafür, ein paar Euro entsprechen oft dem Tages ‑ oder Wochenlohn der Menschen vor Ort … es ist ein Irrglaube, die Menschen wären zu stolz, unser Geld zu nehmen.
In vielen Ländern von Afrika ist es gang und gebe, dass Einmische Geld dafür verlangen wenn Ihr sie fotografieren möchtet ... ich bin im Gegensatz zu vielen nicht dafür Geld für Fotos zu bezahlen – außer ich mach richtige Fotostorys, bei denen viele Fotos gemacht werden sollen. Dann gerne!
7.)
Verzichte auf protzige, superteure Klamotten. Lass den dicken Goldschmuck und die fette Uhr zu hause. Manche Touris sehen aus, als wollen sie eine gefährliche Expedition unternehmen wenn sie mal in der Stadt spazieren gehen. Lass offensichtliche Wertgegenstände nicht „heraushängen“. 
Als Frau muss ich nicht in Ägypten oder anderen islamischen Ländern mit Minirock und tollen tiefen Ausschnitt nicht durch den Basar laufen, ein lockeres Tshirt ein Jeans tuen es auch. Respektiere die Sitten, den Du bist in dem Land zu Gast.
8.)
Aber was tun wir mit unseren Kameras ...
Ich habe meine D3 + D7100 + D40x stets in einem alten lädierten Fotorucksack (der aber nicht nach Fotorucksack aussieht). Mit einem Griff kann ich im Gehen die Kameras entnehmen, knipsen und wieder einstecken ohne den Rucksack dabei abzusetzen.
Halte die Kamera NIE wie der typische Tourist mit Standardhalsband vor Deiner Brust. Ich halte meine (wenn grade nicht im Rucksack) immer in der Hand und habe das Band als selbst-zuziehende Schlaufe ums Handgelenk gewickelt. Also Diebe haben es schwerer!
Fotografiert nur dort, wo ihr Euch absolut sicher fühlt. Wartet an dem Ort im Zweifelsfall ein paar Minuten unauffällig ehe Ihr Eure Kameras auspackt und lasst die Umgebung auf Euch wirken. Manchmal kann man aber auch auf die dicken Kameras ganz verzichten und ich bin nur mit dem iPhone oder einer kleinen Kompaktkamera unterwegs.
9.)
Versichert Euer Equipment bei einer speziellen Foto-Versicherung. Bei meiner Versicherung zahle ich 2,75 % des Neuwertes des Equipments pro Jahr und bekomme den Neuwert auch erstattet, ob es gestohlen oder beschädigt wird. Das senkt immens die Hemmschwelle, die Kamera im Falle eines Falles herzugeben und erhöht somit signifikant Eure Sicherheit. Ich lebe einfach ruhiger, weil ich weiß, dass im Falle eines Falles zumindest der finanzielle Schaden sich in Grenzen hält. Seit vier Jahren habe ich mein Equipment nun versichert und habe es bisher nicht bereut ... nein und zu überlegen ob ich mich für mein Leben entscheide oder für die Krokodile im Mara Fluss in Kenia, ist sehr viel einfacher mit dieser Versicherung.

Mit diesen Verhaltensregeln hab ich gute Erfahrung gemacht und mir bisher noch niemals etwas gestohlen worden. Wenn ihr zu dem noch Eure eigenen, körperlichen Grenzen kennt und respektiert ist das fotografieren auf Reisen ein wunderbare Möglichkeit sehr viele andere Kulturen, Menschen und Erfahrungen kennen zulernen. Setzt Euch nicht unter Druck, sondern lasst die Dinge einfach passieren, meist erlebt man dann viel mehr, als mit einer riesen Erwartungshaltung und minuzioeser Planung.
Giraffen Familie in Afrika
Giraffen Familie in der Serengeti, Tansania
Gnuübergang am Mara Fluss, Kenia

Cheetah in the Masai Mara, Kenya
Gepard in der Masai Mara, Kenia
Sunset in tansania
Sonnenaufgang in Tansania 






Welche Erfahrungen und Tipps habt Ihr, wenn Ihr abseits von Touristenpfaden fotografiert. Ich freue mich auf Eure Tipps hier als Kommentar.

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Eine Übersicht meiner Reiseerlebnisse , die ich seit Juni 2013 in meinem Reisemagazin "Reiseknipse" geschrieben habe, findest Du im Reiseknipse Archiv ansonsten gibt es mehr aus meiner schönen Fotowelt natürlich hier bei demipress.

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4 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für den FotoFreitag bei Dir … die Tipps zu den Herbstfotos habe ich mir schon angenommen, aber der heutige Artikel übertrifft es noch. Was für tolle Afrika Momente und die Tipps sind mehr wie genial. Mit der Sofotbildkam habe ich mir als wichtigstes gemerkt.
    Danke sagt Mike

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    1. Herzlichen Dank Mike … es werden fortlaufend neue Tipps folgen.

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  2. Hi Daniela, ich bin vorhin durch Zufall über FB auf deine Seite getroffen und echt begeistert! Wir sind eher Hobbyfotografen, aber gerade deshalb finde ich hier so viele für mich superspannende Themen. Wir waren im Februar in Südostasien unterwegs und vieles hier können wir so auch bestätigen. Wir konnten viele tolle Portaitaufnahmen machen, weil wir mit den Menschen ins Gespräch gegangen sind und ihnen hinterher die Fotos auch gezeigt haben. Das war ein Spaß für alle Beteiligen. Ich trage meine Kamera immer in einer Umhängekameratasche von Lowepro, die aber wie ein normaler Handtaschenbeutel aussieht, so dass ich sie auch immer schnell griffbereit habe. Die Idee das Band um das Handgelenk zu wickeln finde ich super! Auch die Sache mit der Versicherung werde ich mir mal anschauen. Wir haben zudem - gerade wenn wir ohne Laptop und Internet unterwegs sind- auch immer mehrere SD Karten dabei, so dass nicht gleich alle Fotos weg sind, sollte die Kamera doch mal gestohlen werden. Zum Thema Kleidung kann ich nur auf meinen Tunesien-Urlaub 2009 zurückblicken. An Tag eins sind wir (zwei Mädels) zwar gut bedeckt mit langen Röcken und Tüchern über den Schultern durch die Gegend gelaufen, aber es war dennoch ein Spießroutenlauf, weil wir eben in dem kleinen Ort in dem wir waren ganz offensichtlich als Touris erkennbar waren. An Tag zwei haben wir uns dann die weiten Tücher mit über den Kopf geschmissen und plötzlich waren alle so offen und interessiert und gesprächsbereit, dass wir viele tolle Erfahrungen und Momente sammeln konnten. Ich kann nur jedem empfehlen sich den Ländersitten so gut es geht anzupassen, das öffnet viele Türen. Ich komme hier bestimmt noch öfters vorbei und hinterlasse mal liebe Grüße! Miri mit Andy und Skar

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    1. Liebe Miri + Andy herzlichen lieben Dank für diesen ausführlichen Kommentar. Es freut mich sehr weitere Anregungen und Tipps zu geben. Gerade wenn wir auf reisen sind, können wir soviel von den Einheimischen lernen und entdecken. Es ist schön wenn Ihr Eure Entdeckungstouren auch so angeht. Es wird noch einige FotoFreitage hier geben und ich hoffe das die Tipps Euch auch weiterhin helfen. Grüsse Daniela

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